Spontangeburt nach Kaiserschnitt - Interview mit Ute Taschner

Ute Taschner, wohnhaft in Freiburg und 4fache Mutter. Sie ist Ärztin, Stillberaterin, Autorin und Bloggerin (www.geburt-nach-kaiserschnitt.de) und schrieb 2012, gemeinsam mit Kathrin Scheck, ein Buch zum Thema VBAC: "Meine Wunschgeburt - Selbstbestimmt gebären nach Kaiserschnitt". Mittlerweile hat sie auch eine Akademie, die Frauen auf ihrem Weg zur Spontangeburt nach Kaiserschnitt begleitet.

Und Ute sorgt auf vielen Kanälen für den Austausch von Erfahrungen für werdende Eltern und die Berufsgruppen der Geburtshilfe.  

1. Wie kamen deine Kinder zur Welt?

Mein Sohn kam vor mehr als 18 Jahren in Folge eines Geburtsstillstandes durch einen Kaiserschnitt zur Welt.

Unsere Tochter wurde durch einen geplanten Kaiserschnitt geboren. Ich dachte, mein Becken sei zu eng und ich könne auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen. Außerdem hatte ich große Angst vor einer Uterusruptur.

Unsere jüngste Tochter und der jüngste Sohn kamen auf natürlichem Weg zur Welt.

 

2. Wie reagierte dein Partner auf deinen Wunsch nach einer Spontangeburt nach Kaiserschnitt?

Beim 2. Kind war er sehr zurückhaltend. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass er durch die 1. Geburt sehr verunsichert war, auch wenn es nie eine Notfallsituation gegeben hat. Für ihn war es schlimm, mich so leiden zu sehen und nichts tun zu können, um die Geburt voran zu bringen. Daher war ihm der geplante Kaiserschnitt bei unserer Tochter sehr lieb.

 

Als ich mir bereits vor der 3. Schwangerschaft sehr sicher war, dass ich ein weiteres Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringen würde, hat er mich unterstützt und bestärkt.

 

3. Würdest du diesen Weg wieder so wählen?

Niemals mehr anders!

 

4. Wie ging es dir nach deinen unterschiedlichen Geburten?

Nach der ersten Geburt, war ich nur noch erschöpft. Es dauerte sehr lange (für eine erste Geburt aber nicht unnormal), bevor die Entscheidung zum Kaiserschnitt fiel. Ich hatte keine Kraft, auch seelisch nicht.

Am Anfang spürte ich nach dieser Geburt innere Leere und Erstarrung. Und die mußte ich sehr langsam und mit viel Geduld mir selbst gegenüber auflösen.

 

Beim geplanten 2. Kaiserschnitt war das ganz anders. Ich ging ja ausgeruht in die Operation und war sehr schnell wieder fit und es ging mir gut.

Dank des intensiven Sectiobondings hatten wir von Anfang an ein sehr inniges Verhältnis und ich habe diese Geburt als sehr schön in Erinnerung.

 

Die dritte Geburt war mega anstrengend. Die eigentliche Geburt dauerte ab dem Beginn regelmäßiger, starker Wehen mehr als 20 Stunden. 

Es dauerte lange bis unser drittes Kind seinen Kopf in die richtige Position gebracht hatte, um geboren werden zu können. Nach der Geburt war ich mehrere Tage sehr erschöpft.

 

Nach der vierten Geburt, die die längste aber irgendwie auch die sanfteste war, ging es mir sehr gut. Mein Mann hatte sich frei genommen und so konnte ich richtig lange Wochenbett halten.

 

5. Hat deine Erfahrung auf dein Umfeld abgefärbt? (positiv? negativ?)

Absolut. In meinem Umfeld gab es mehrere Frauen, die sich auf Grund meiner Erfahrungen auch eine Geburt nach zwei Kaiserschnitten zutrauten. Ich habe sie aber nie versucht zu überzeugen oder zu überreden. Sie kamen auf mich zu und fragten „Wie hast Du das gemacht? Wer hat Dich begleitet?“

 

6. In deinem Buch erzählen viele Frauen über Ihre Erfahrungen mit einer Spontangeburt nach Kaiserschnitt. Warum entscheiden sich Frauen für diesen Weg?

Viele Mütter, die einen Kaiserschnitt hatten, berichten, ihnen würde etwas fehlen. Sie hatten sich eine natürliche Geburt vorgestellt und es macht ihnen zu schaffen, dass sie die Geburt nicht vollenden konnten.

Manche Mütter merken im Nachhinein, dass ihr Kaiserschnitt nicht aus medizinischen Gründen erfolgte, sondern weil sie schlecht vorbereitet waren und weil die Rahmenbedingungen in der Geburtshilfe heutzutage Kaiserschnitte begünstigen.

Sie wollen sich aber die Erfahrung einer natürlichen Geburt nicht ein zweites Mal nehmen lassen und sich die Hoheit über die Geburt und damit auch über ihren Körper zurückholen.

 

7. Welche Vor- und Nachteile birgt eine Spontangeburt nach Kaiserschnitt für die Mütter?

Eine natürliche Geburt hat in der Regel keine Nachteile für die Mutter. Im Gegenteil ist die Sterblichkeit geringer und wenn alles gut verläuft, geht die Mutter unverletzt aus der Geburt hervor.

 

Problematisch für die Mutter ist es dann, wenn es während der Geburt zu unerwarteten Komplikationen kommt oder sogar ein Notkaiserschnitt erforderlich wird.

 

Das kann die Mutter nicht nur körperlich, sondern auch psychisch traumatisieren. Außerdem ist ein Notkaiserschnitt für die Mutter riskanter, als ein geplanter Kaiserschnitt. Beim geplanten Kaiserschnitt gibt es meistens ein ausgeruhtes Team und der Eingriff läuft in Ruhe ab. Bei einem Notkaiserschnitt ist das oft anders.

 

Mir ist es deshalb ein Anliegen, dass sich die Mutter von ihrer Hebamme und/oder ihrer Gynäkologin genau beraten läßt und dazu auch den OP Bericht des vorherigen Kaiserschnittes mitbringt. Die Entscheidung für oder gegen einen wiederholten Kaiserschnitt sollte die Mutter selbst treffen, nachdem sie über ihre speziellen Chancen und Risiken aufgeklärt worden ist.

 

Außerdem sollte die Mutter unbedingt sehr genau auf ihre Intuition achten und kommunizieren, wenn sie zu irgendeinem Zeitpunkt während der Schwangerschaft oder während der Geburt ein schlechtes Gefühl hat. Es ist sehr wichtig, dass Hebammen und Ärzte die Mutter dann ernst nehmen.

Sehr wichtig ist eine aufmerksame 1-1 Begleitung einer Geburt im Zustand nach Kaiserschnitt und dass möglichst keine Interventionen erfolgen. All dies minimiert das Risiko für Komplikationen.

Bei der Mutter muss man außerdem auch die langfristigen Folgen wiederholter Kaiserschnitte im Hinterkopf behalten.

 

Mit jedem erneuten Kaiserschnitt steigen die Risiken für Mutter und Kind bei weiteren Schwangerschaften und Geburten, z.B. durch Einnistungsstörungen der Plazenta. Oft wird das Risiko durch einen Kaiserschnitt auf weitere Schwangerschaften und Geburten und auf das nächste Kind verlagert.

Da niemand wissen kann, wie viele Kinder eine Mutter im Laufe ihres Lebens bekommen wird, ist es mit Blick auf die Langzeitfolgen wiederholter Kaiserschnitte in vielen Fällen günstiger, im Zustand nach Kaiserschnitt eine natürliche Geburt anzustreben.

 

8. Welche Vor- und Nachteile birgt eine Spontangeburt nach Kaiserschnitt für das Kind?

Eine erfolgreiche VBAC (vaginal birth after cesarean sectio) hat für das Kind kein erhöhtes Risiko.

Erhöhte Risiken gibt es, wenn es zu Komplikationen kommt und ein Notkaiserschnitt, z.B. wegen des Verdachtes auf eine Ruptur, erforderlich wird. Deshalb ist für das Baby zunächst einmal die geplante Re-Sectio am Termin risikoärmer, als die natürliche Geburt.

 

Allerdings ist das Risiko einer natürlichen Geburt nach einem Kaiserschnitt für das Kind so gering, wie es bei jeder ersten Geburt auch ist. Das finde ich persönlich sehr beruhigend.

 

Langfristig ist die natürliche Geburt für das Kind günstiger. Wir wissen inzwischen, dass es durch Kaiserschnitte zu epigenetischen Veränderungen beim Kind kommt und dass die Risiken für Allergien und einige chronische Erkrankungen durch den Kaiserschnitt erhöht sind.

Ob das Einreiben mit einem Abstrich der Vaginalflora (vaginal seeding) der Mutter davor schützt, ist noch nicht vollständig geklärt und derzeit Gegenstand der Forschung.

 

9. Wie verhält es sich mit dem Wunsch nach einer Großfamilie? Sind Spontangeburten dafür ein Muss?

Ein Muss sind sie nicht, aber deutlich günstiger. Mit jedem weiteren Kaiserschnitt steigen die Risiken für die Mutter und das nachfolgende Kind. Deshalb sind Mütter, die sich viele Kinder wünschen, gut beraten, nach Möglichkeit auf Kaiserschnitte zu verzichten und sich nach einem Kaiserschnitt für weitere natürliche Geburten stark zu machen.

 

10. Welchen Vorurteilen begegnen Schwangeren mit dem Wunsch nach einer Spontangeburt nach Kaiserschnitt?

Manche Mütter müssen sich anhören, sie seien egoistisch und würden den eigenen Wunsch nach einer natürlichen Geburt über das Wohl ihres Kindes stellen.

Da frage ich mich manchmal, ob eine unversehrte Mutter und die natürliche Geburt an sich keinen Wert darstellen?

 

Und ich frage mich außerdem, ob man nicht auch das Wohl der nachfolgenden Kinder viel mehr im Blick haben sollte?

Dabei geht es natürlich nicht darum, medizinisch absolut notwendige Kaiserschnitte abzulehnen, sondern der natürlichen Geburt den Vorzug zu geben, wenn keine absolute Sectioindikation besteht.

Und dies ist ja sowieso nur bei ca. 3% der Geburten der Fall.

 

11. Wie reagieren die Geburtshelfer (Hebammen, Ärzte)?

Sie reagieren unterschiedlich. Die meisten Ärzte und Hebammen sprechen sich für natürliche Geburten auch im Zustand nach Kaiserschnitt aus.

Die Frage ist vielmehr, wie die Begleitung und Unterstützung aussieht, wenn es in der Vorgeschichte mehrere Kaiserschnitte gab, wenn das Kind am Ende der Schwangerschaft groß geschätzt wird, wenn die Mutter den errechneten Termin überschreitet oder der erste Kaiserschnitt wegen eines Geburtsstillstandes erfolgte. 

Erst in diesen Situationen kann eine Mutter sehen, wie groß die Unterstützung für die natürliche Geburt tatsächlich ist.

 

12. Was können Freunde, Familie und Doulas tun?

Die Mutter positiv bestärken. Ihr Unterstützung anbieten, z.B. bei der Betreuung der älteren Kinder während der Geburt oder Mut machen. Gerade Freunde und Familienmitglieder können großen Einfluss auf die Mutter ausüben, je nachdem, wie positiv sie den Wünschen der Mutter gegenüber stehen.

 

Hat die Mutter ein kritisches Umfeld, dass sie nicht bestärkt, empfehle ich schon mal, sich dem ganz bewusst zu entziehen und sich auf keinerlei Gespräche über die geplante Geburt oder über die Geburten von anderen Leuten einzulassen.

 

Doulas können je nach zusätzlicher Ausbildung eine Mutter darin unterstützen, vorherige Geburten zu verarbeiten. Denn: eine natürliche Geburt heilt meistens KEIN Trauma. Das heißt, wenn die erste Geburt traumatisch war, muss diese Geburt unbedingt aufgearbeitet werden. Und diese Aufarbeitung kann die Mutter selbst beginnen. Zeigt sie jedoch Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, wie Flashbacks, Alpträume, starke Ängste usw. gehört sie in professionelle Hände.

 

13. Hattest du Zweifel und Ängste, was deine Entscheidung angeht?

Selbstverständlich hatte ich Zweifel und Ängste. Ich habe mich vor der Geburt sehr genau belesen und sogar ein ganzes Buch geschrieben, um mich mit dem Thema in aller Breite und Tiefe auseinander zu setzen.

 

Meine Ängste habe ich gespürt und wahrgenommen und sehr viel darüber gesprochen. Ich war mir darüber im Klaren, dass ich auf Grund der Konstellation mit zwei Kaiserschnitten gewisse Risiken habe, auch dann, wenn ich mich für einen weiteren Kaiserschnitt entscheide. Und dadurch konnte ich loslassen und auf mich und meinen Körper vertrauen.

 

 

Aus dieser Auseinandersetzung mit meinen Ängsten ist nun ein Onlinekurs entstanden, dessen Veröffentlichung kurz bevor steht. Bei Interesse kann man sich in eine Vorab-Liste eintragen lassen und ich sende den Interessentinnen eine Nachricht, wenn die Einschreibung für den Kurs startet. 

 

14. Welcher Geburtsort ist empfehlenswert?

Das kann man nicht pauschal beantworten. Es hängt von der medizinischen Vorgeschichte ab, ob eine Mutter nicht von vorn herein gut damit beraten ist, ihr Kind in einem Perinatalzentrum zur Welt zu bringen. Das kann sie im Verlauf der Schwangerschaft mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme erörtern.

Weiterhin hängt das davon ab, wo sich die Mutter geborgen und sicher fühlt. Wo kann sie loslassen?

Für eine Mutter ist das bei sich zu Hause, für eine andere Mutter ist das in einer großen Klinik mit Neugeborenen-Intensivstation.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass möglichst wenige Interventionen den physiologischen Verlauf der Geburt beeinflussen und dass die Mutter nach Möglichkeit 1-1 betreut wird, damit bei den seltenen ernsten Komplikationen sofort reagiert werden kann.

Außerdem sollte es keine zeitlichen Vorgaben für den Ablauf der Geburt geben a la: nach 5 Stunden muss der Muttermund eröffnet sein, sonst machen wir einen Kaiserschnitt.

 

Was eine Mutter noch wissen muss:

Die Geburt nach einem Kaiserschnitt ist für Mutter und Kind sicherer, wenn sie auf natürlichem Weg verläuft und es nicht zum wiederholten Kaiserschnitt kommt.

 

Je mehr Eingriffe stattfinden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Geburt in einem wiederholten Kaiserschnitt endet. 

 

In manchen Kliniken ist die Re-Sectio-Rate relativ hoch und in anderen nicht. Aber im Falle einer Komplikation kann in einer Klinik auf jeden Fall sehr schnell reagiert werden.

 

Entscheidet sich eine Mutter hingegen für eine außerklinische Geburt ist die Chance, dass sie ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringt höher und es finden deutlich weniger Interventionen statt.

 

Andererseits muss sie wissen, dann es im Falle einer seltenen Komplikation durch die notwendige Verlegung eine Verzögerung der medizinischen Versorgung gibt und das diese Verzögerung für das Kind und selten auch für die Mutter lebensgefährlich sein kann.

Das müssen Eltern für sich genau abwägen.

 

15. Wie steht es mit Interventionen bei einer Spontangeburt nach Kaiserschnitt?

a) Zunächst einmal sollten sich alle in der Geburtshilfe tätigen Menschen bewußt sein, wo Interventionen bereits anfangen. Schon sehr kleine Dinge, wie Worte und Gesten können großen Einfluss auf eine Geburt haben.

Da reicht vielleicht ein kritischer Blick auf das CTG oder ein Kopfschütteln. Genau genommen wäre das auch schon eine Intervention.

 

b) Es sollte allen Geburtshelfern bewusst sein, das jede auch noch so geringe Intervention weitere Eingriffe nach sich ziehen kann.

 

c) Aus diesem Grund sollten Interventionen nie routinemäßig stattfinden.

 

d) Interventionen müssen immer medizinisch begründet sein und die Mutter/die Eltern müssen darüber aufgeklärt werden, welche Folgen die vorgeschlagene Intervention hat und ob es auch andere Alternativen gibt.

Das gilt immer und nicht nur im Zustand nach einem Kaiserschnitt.

 

16. Wie wird mit akuten Notfällen umgegangen?

Das hängt davon ab, um welche Art von Notfall es geht. Meistens wird ja bereits dann, wenn sich Komplikationen anbahnen, auf einen wiederholten Kaiserschnitt umgestiegen.

Dramatische Notfälle passieren selten. Nicht viel häufiger, als es bei Geburten ohnehin zu unerwarteten Ereignissen kommen kann. Und darauf sollte jede Klinik vorbereitet sein.

 

Aus diesem Grund leuchtet mir auch nicht ein, warum einige Kliniken die Begleitung einer Geburt nach Zwei Kaiserschnitten ablehnen.

 

Erstens ist wissenschaftlich gar nicht erwiesen, dass es nach zwei Kaiserschnitten signifikant häufiger zu Komplikationen, wie Rupturen kommt und zweitens muss eine Klinik, die Geburtshilfe anbietet, IMMER dazu in der Lage sein, eine Geburt notfallmäßig durch einen Kaiserschnitt zu beenden oder andere geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

 

17. Hast du Unterschiede im Bonding mit deinen Kindern feststellen können (nach Kaiserschnitt und nach Spontangeburt)? Was haben andere Mütter darüber berichtet?

 

Die Mütter machen sehr unterschiedliche Erfahrungen. Auch nach einem Kaiserschnitt kann es, wenn es Mutter und Kind gut geht, zu einem wunderschönen Bonding kommen. So wie ich das ja auch bei meinem 2. Kaiserschnitt erlebt habe.

 

Und bei traumatischen „natürlichen“ Geburten kann das Bonding ausfallen, oder schlecht begleitet sein. Wie gut das Bonding nach der Geburt abläuft hängt aus meiner Sicht vielmehr davon ab, wie sensibilisiert die begleitenden Hebammen und Ärzte damit umgehen und ob die Klinikroutine darauf eingerichtet ist, weil sie wissen, wie wichtig ein ungestörtes Bonding ist.

 

18. Manchen Frauen ist trotz guter Vorbereitung und besten medizinischen Werten, keine Spontangeburt vergönnt? Woran liegt das meist und wie gehen diese Frauen damit um?

Auch dies ist sehr unterschiedlich. Es gibt wiederholten Kaiserschnitte, die aus medizinischen Gründen stattfinden müssen. Wenn die Mutter gut aufgeklärt und in die Entscheidung einbezogen wurde, können die meisten Mütter damit sehr gut leben.

Sie wissen dann, dass sie alles für die natürliche Geburt getan haben, was ihnen möglich war. Und das ist meistens sehr versöhnlich.

 

Anders ist es, wenn sich eine Mutter übergangen fühlte oder ihr nach dem wiederholten Kaiserschnitt klar geworden ist, dass dieser aus Angst oder organisatorischen Gründen erfolgt ist und medizinisch eigentlich gar nicht zwingend notwendig gewesen wäre.

Diese Mütter sind dann oftmals sehr betroffen und traurig und gar nicht selten ist damit auch eine Selbstabwertung verbunden. 

Wie danken Ute Taschner für Ihre offenen und informativen Worte. Und laden alle Leser herzlich zu einer angeregten Diskussion ein.

 

Für alle Doulas unter euch: In der Facebookgruppe "Geburt nach Kaiserschnitt für Doulas" könnt ihr euch direkt mit Doulas und Ute zu diesem Thema austauschen.